Ja Wahnsinn... ein Buidlbua am Meer... können wir auch, ja sicher - aber auf die Idee ist er doch nicht von allein und ohne Not gekommen?!

Korrekt, ist er nicht.
Und - manchmal sind spontane Ideen einfach die Besten. Was waren das schöne Tage.
Im frühen Sommer während einer Nachtschicht ein wenig recherchiert, nicht lange überlegt, sondern direkt gebucht - und danach versucht ein verlängertes Wochenende frei zu bekommen... was glücklicherweise ausnehmend gut funktionierte.
So ging es dann vom 22.08. bis 25.08.2024 nach Renesse in den Niederlanden.
Das Örtchen in der Region Zeeland dürfte den Meisten bekannt sein - sonderlich kreativ waren wir nicht. Allerdings bestanden auch bei uns (positive) Vorerfahrungen und es galt ein paar Tage abzuschalten ohne viel zu riskieren.
Das Wetter hätte für einen Strandurlaub besser sein können - mehrere Wochen zuvor war es mehr oder weniger durchgehend warm bis heiß. Ausgerechnet an unserem Wochenende musste dann natürlich ein Wetterwechsel erfolgen.
Was uns vor Ort dann an Wärme fehlte, machten ansehnliche Sonnenuntergänge und Wolkenformationen wieder wett. Sogar eine schön strukturierte Böenfront zog mit viel Wind und Regen über uns hinweg. Aber dazu weiter unten mehr.
Beginnen möchte ich mit dem Sonnenuntergang, welchen wir vom Weststrand bei Haamstede aus verfolgten.

Der Parkplatz in Haamstede ist recht abgelegen und - zumindest im genannten Zeitraum - nicht übermäßig ausgelastet. Vor allem abends scheint man hier selbst bei "schönem" Wetter beinahe allein zu sein.
Der rot-weiße Leuchtturm stellt eine bekannte und weithin sichtbare Landmarke dar. Sein Licht weist selbst dem Wandersmann, der die Dünen des nachts bei ansonsten völliger Dunkelheit durchquert, den Weg.
Neue Gegend, neue Blickwinkel, neue Erfahrung... ja wo stellt man da die Kamera auf.
Glücklicherweise waren wir geraume Zeit vor Sonnenuntergang an Ort und Stelle und so blieb noch etwas Zeit für Tüfteleien. Nach etwas Irrung und Wirrung durch die Dünenlandschaft, wurde es am Ende ein Plätzchen direkt am Fuße der breiten und teils steil aufragenden Düne.


Wunderschönes Panorama genau gen West. Der angenehme, lau warme, aber doch recht kräftige Wind aus West sorgte für ansehnliche Dünung.
Auch wenn es kein Sonnenuntergang wie "aus dem Bilderbuch" war, entspannt er auch heute noch beim Betrachten die Nerven. Ob einen die "Hektik" der Brandung auf Grund der schnellen Bildabfolge stört muss jeder für sich entscheiden...
... daher hier noch ein kurzes Video in normaler Geschwindigkeit:
Dass während unseres Aufenthaltes nicht das "perfekte" Sommerwetter herrschte, habe ich ja bereits vorweg genommen. Dass uns dann am vorletzten Tag jedoch noch eine Böenfront überrollte, die sich (und uns) gewaschen hatte, kam dann doch sehr überraschend. Weiter westlich im Binnenland sorgte sie für teils unwetterartige Gewitter. Uns klatschten jedoch "nur" riesige Regentropfen bei peitschendem Wind um die Ohren. Auf dem Weg durch die Dünen wateten wir teils durch entgegen kommende Sturzbäche aus Wasser und Sand.
Zuvor jedoch zeigte sich die See noch von ihrer Malerischen Seite:
Am Horizont - von Großbritannien kommend - zeigte sich jedoch recht bald eine dunkle Wolkenwand, welche sich an ihrer Basis mehr und mehr absenkte:
Anfänglich wurden die Luftmassen auf breiter Front relativ gleichmäßig nach oben gesaugt, weshalb die Front beinahe durchgehend auf uns zuzog:
Je näher sie uns kam, desto mehr bildeten sich voneinander getrennte Bereiche, welche begannen zu rotieren. Immer wieder senkten sich schmale rotierende Wolkenfetzen (Funnel) gen Wasseroberfläche, ohne diese jedoch zu berühren:
So eine ausgeprägte Böenfront sieht man (sehe ich) dann doch relativ selten. Entsprechend groß ist die Freude über den auch hier entstandenen Zeitraffer:
Auf diesem Handybild sind die teils rotierenden Aufwindbereiche gut zu erkennen. Links im Bild sind sogar erste Andeutungen einer leicht grünlichen Färbung zu erahnen. Dies ist in der Regel ein Zeichen für das Vorhandensein von Hagel in der Wolke. Glücklicherweise war der Aufwind noch so stark, bzw. die Korngröße zu diesem Zeitpunkt so gering, dass wir davon nichts abbekamen. Erst weiter landeinwärts wurde die Region teils weiß eingefärbt:

Immer wieder zogen in diesen Tagen zumindest ähnliche Strukturen auf, welche für abwechslungsreiche Stimmungen sorgten:

Die sturmerprobten Möwen schien dies jedoch überhaupt nicht zu stören. Ganz im Gegenteil - erleichtert der Gegenwind doch sogar das Abheben erheblich:

Wie - gefühlt - so oft zeigte sich das Wetter ausgerechnet am Abreisetag von seiner "schönsten" Seite. Trotz des starken Windes, welcher den Sand über den Strand fegte, war es in windgeschützen Bereichen des Strandes angenehm warm und wir konnten etwas Melatonin aufbauen - bevor wir am frühen Nachmittag die Heimreise antreten mussten:


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